Manege frei für glückliche Kinder

Mehrkindfamilientag am 6. Juni 2026 in Bamberg
Bamberg. Die Kinder machen das großartig! Und zum ersten Mal! Nämlich unter Anleitung von pädagogischem Trainer Pascal (30 Jahre) akrobatische Übungen am Trapez im Zirkus Giovanni des Don Bosco Jugendwerks in Bamberg. Sina (8), Helena (9), Magdalena (11), Nora (12) sind sich einig: „Man braucht schon etwas Mut, aber es macht Spaß!“ Und stolz wie sie auf ihre sportlichen Höchstleistungen sind, wollen die jungen Artisten ihr Können auch vor Publikum zeigen. Das gelingt zum Abschluss des Erlebnis- und Begegnungstages für kinderreiche Familien am Samstag, 6. Juni, zu dem der frühere Erzbischof Ludwig Schick eingeladen hatte. Für die Organisation sorgte der Familienbund der Katholiken im Erzbistum Bamberg.
30 Elternpaare brachten 123 Kinder zwischen 2 und 17 Jahren mit. Das abwechslungsreiche Programm mit Workshops und Aktionen für die Jugend und extra für Erwachsene, eine prominent besetzte Podiumsdiskussion zum Thema „Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“, schmackhafte Gulasch- und Gemüsesuppen, familienfreundliche Preise für weitere Snacks und Getränke zauberten auf alle Gesichter ein glückliches Lächeln. „Das ist heute wie ein richtiger Urlaubstag!“, bedankte sich ein Vater bei Schick, der den Tag mitten drin war und sogar eine Führung durch die nahe und frisch sanierte Michaelskirche anbot. „Wie ein ausgebildeter richtiger Stadtführer hatte der Erzbischof die Jahreszahlen und Fakten im Kopf!,“ staunte hinterher Andreas Bayer (45), der mit seiner Ehefrau Edwina (37) und seinen sechs Kindern zwischen zwei und 14 Jahren zum ersten Mal an einem solchen Tag für kinderreiche Familien teilgenommen hatte. Und begeistert war: „Es ist ein starkes Zeichen, dass sich der Erzbischof emeritus so viel Zeit für Familien nimmt“, sagte Bayer, der mit seiner Familie in der Bamberger Innenstadt wohnt.
Für ihn und seine Frau sind die sechs Sprösslinge „alles Wunschkinder, die Freude über sie endet nicht“, strahlt das Ehepaar. Die Geschwister selbst strahlen über das ganze Gesicht mit: „Man ist nie allein und hat immer jemanden zum Spielen“, preisen etwa die Brüder Simon und Philipp die Vorzüge einer großen Familie.
Im eigenen familiären Umfeld mit allen Freuden, Sorgen und Nöten ist der frühere Erzbischof bestens vernetzt. Und er kennt kinderreiche Familien nicht zuletzt durch seine Stiftung für diesen Personenkreis, die er 2005 gegründet hat. Seitdem setzt sich die „Familienstiftung Kinderreich“ dafür ein, die Chancen und den Wert einer kinderreichen Gesellschaft zu betonen und die Interessen von kinderreichen Familien in Gesellschaft und Politik zu vertreten. Darüber hinaus hilft die Stiftung in Not geratenen Familien – unabhängig von Herkunft oder Religionszugehörigkeit - unbürokratisch und schnell mit Finanzspritzen, insbesondere dort, wo öffentliche Maßnahmen nicht oder nur unzureichend greifen. Insgesamt hat die Stiftung bisher inklusive Einzelfallhilfe in Höhe von 724.782,91 Euro ausgeschüttet.
„Kinderreiche Familien sollen durch die Stiftung Anerkennung und Wertschätzung erfahren, die sie zu oft in der Gesellschaft nicht finden“, erläuterte Schick im. Diese Familien seien für die Zukunft der Gesellschaft in allen Bereichen wichtig: „Der Einsatz für kinderreiche Familien ist Einsatz für die Zukunft.“ Der Emeritus pointiert: „Wir leiden nicht an Überalterung, sondern an Unterjüngung, wir haben zu wenige Kinder. Überalterung ist ein böses und falsches Wort, es ist herabwürdigend für die alten Menschen, die unseren Wohlstand erwirtschaftet haben.“ Nur mehr junge Menschen könnten die Zukunftsprobleme in Wirtschaft und Sozialwesen lösen und nicht „indem wir weniger Seniorinnen und Senioren haben“, sagte Schick.
Im Laufe des Erlebnistages war es spürbar, wie familienfähig die Kinder mit mehreren Geschwistern sind. „Sie gehen alle sozial und rücksichtsvoll miteinander um“, freute sich die Vorsitzende des Familienbundes, Christiane Kömm, über das harmonische Zusammentreffen rund um das Zirkuszelt. Dorthin gesellte sich auch Erzbischof Herwig Gössl: Er steht künftig Pate für die Familienstiftung Kinderreich, die sein Vorgänger Schick ihm nun offiziell übergab, „damit diese weiter geht und zeigt, dass das Erzbistum Bamberg eine kinderfreundliche Diözese ist und bleibt“. Er werde sich weiterhin für die Stiftung und für kinderreiche Familien einsetzen, sich um Spenden bemühen,“ versicherte Schick und fügte hinzu: „Die Stiftung wird öffentlich mein Kind bleiben.“
Erzbischof Gössl dankte für „20 Jahre Wirksamkeit der Stiftung“. Er werde sein Bestes tun für kinderreiche Familien, versprach er unter starkem Beifall der Versammelten im Zelt. Gössl setzte sein Versprechen auch gleich in eine symbolische Tat um: Nach einem Abschlussgebet spendete er gemeinsam mit Schick jeder Familie den Einzelsegen.